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Stechapfel

Substanz

Der Stechapfel (Datura stramonium) zählt zu den Nachtschattengewächsen und ist hochgiftig. Früher wurde er als Heilmittel gegen Asthma und Nervosität eingesetzt. Da die Toxizität jedoch in keinem Verhältnis zur Heilkraft des Stechapfels steht, wird dieser heutzutage medizinisch nicht mehr verwendet. Der Strauch wächst meist an sandigen Plätzen und ist auf der ganzen Welt zu finden. Er kann eine Höhe von bis zu 200 cm erreichen, hat grobzackige, ovale Blätter und trägt von Juni bis September trichterförmige Blüten. Das Pflanzeneigene (S)-Hyoscyamin wird durch Umwelteinflüsse in (R)-Hyoscyamin umgewandelt. Beide Stoffe in Verbindung bilden Atropin, ein giftiges Tropan-Alkaloid, das Azetylcholin (Neurotransmitter) hemmt.

Konsumiert wird der Stechapfel meist oral in Form von ausgekochtem Tee aus den Samen der Früchte (ähneln Kastanien) oder gepresstem Sud. Die Samen können allerdings auch roh gegessen, geschnupft (gemahlen) oder geraucht werden. Bereits das Einatmen der Dämpfe der Blüten kann bereits zu gesundheitlichen Schäden und Halluzinationen führen. 

 

Wirkung

Circa 1 – 4 Stunden nach dem Konsum kommt es zu bewusstseinserweiternden Wirkungen. Diese können teilweise mehrere Tage anhalten, üblich sind zwischen 6 und 48 Stunden Wirkungsdauer. 

  • optische Halluzinationen
  • Rededrang
  • veränderte Wahrnehmung der Umgebung
  • Ekstase bzw. Trancezustand
  • fehlendes Raum- und Zeitgefühl

  

Nebenwirkungen

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Fieber
  • Schluck-, Sprach- und Sprachstörungen
  • Durst
  • Gleichgewichtsstörungen
  • Weinkrämpfe
  • Herzrhythmusstörungen
  • Bewusstlosigkeit bis hin zu Atemstillstand

  

Langzeitfolgen

Bisher gibt es noch keine wissenschaftlichen Ergebnisse bezüglich Langzeitfolgen. Allerdings kann Stechapfelkonsum zur Aktivierung von Psychosen führen. Ebenfalls können Augenkrankheiten wie z.B. grauen Star begünstigt werden.

 

Safer Use

Um die entstehenden Risiken durch den Konsum von Stechapfel zu reduzieren, solltest du einige Hinweise beachten:

 

Sorge für ein positives Set (Wohlbefinden) und Setting (dein Umfeld).

 

Die Wirkung des Stechapfels hängt von der Konzentration der Wirkstoffe in den einzelnen Pflanzen ab. Daher gibt es keine Sicherheit, wie stark eine gleiche Dosis von verschiedenen Pflanzenteilen wirkt. Nimm daher erstmal nur eine geringe Dosis, wenn dir die Stärke nicht bekannt ist und vor allem, wenn du Stechapfel zum ersten Mal konsumierst. Die Gefahr einer (tödlichen) Überdosierung ist sehr hoch.

 

Auch wenn du nach dem ersten Mal keine Wirkung verspürst, solltest du nicht sofort  weiterkonsumieren und möglichst lange Konsumpausen einlegen.

 

Wer psychische Probleme hat oder sich nicht gut fühlt, sollte auf den Konsum verzichten, da Stechapfel extreme psychische Wirkungen hervorrufen kann. Konsumenten berichten davon, eine völlig andere Realität und Persönlichkeit erfahren zu haben.

 

Versuche dich nach schlechten Erlebnissen auf positive Dinge einzulassen. Wenn du das Gefühl hast, die Situation allein nicht mehr kontrollieren zu können, dann wende dich an vertraute Personen oder hole dir professionelle Hilfe (z.B. bei uns oder einer Drogenberatungsstelle in deiner Nähe).

 

Rechtslage

Nachtschattengewächse, zu denen der Stechapfel zählt, fallen derzeit noch nicht unter das Betäubungsmittelgesetz, sondern unterliegen dem Arzneimittelgesetz. Somit ist der Besitz legal.

 

 

Nachweisbarkeit

Stechapfel ist bis zu vier Tage im Körper nachweisbar.

 

Schwangerschaft

Zu diesem Punkt sind leider kaum Informationen verfügbar. Trotz fehlender Literatur zu diesem Thema, möchten wir an dieser Stelle unbedingt darauf hinweisen, dass Stechapfelkonsum in der Schwangerschaft gefährlich ist. Wir geben zu bedenken, dass allein ein psychisches Ungleichgewicht, Angst- oder Panikzustände bei der Mutter sich erheblich auf die psychische Verfassung des Kindes auswirken können. 

 

Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren.