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LSD

Substanz

LSD (Lysergsäurediethylamid) ist ein farb-, geruch- und geschmackloses halbsynthetisches Halluzinogen. Erstmals synthetisiert wurde LSD im Jahr 1938 durch den Schweizer Chemiker Albert Hofmann, welcher 5 Jahre später zufällig die psychoaktive Wirkung der Substanz entdeckte.

Der Wirkstoffgehalt ist starken Schwankungen unterlegen (zw. 50 und 200 Mikrogramm). sehr hoch dosiert (bis zu 250 Mikrogramm). Sie enthalten außerdem oft 2C-B und seltener als angenommen LSD. Die Aufnahme erfolgt meist über den Speichel (Schleimhäute) durch Schlucken oder auch über die Haut am gesamten Körper.

 

Formen und Szenenamen von LSD

LSD wird meist auf Löschpapier- bzw. Papierstückchen („Trips“, „Pappen“) oder Zuckerwürfelgeträufelt und so verkauft. Seltener kann man es in Form von kleinen Tabletten („Micros“), die aus winzigen Filzköpfen oder Gelatine bestehen, oder in Kapselform erwerben. Szenenamen sind u.a. „Acid“, „Pappen“, „Trips“, „Tickets“, „Micros“, „Säure“, „Blotters“ oder auch „Blots“.

 

Wirkung

Der Wirkungseintritt und die eigentliche Wirkung sind abhängig von der Dosierung, der Konsumform, dem Wirkstoffgehalt, eventuellen Streckstoffen und dem Set & Setting (der eigenen, körperlichen und seelischen Verfassung und dem Umfeld). Erste Anzeichen setzen nach 20 bis 60 Minuten ein (auch später möglich) und sind oft gekennzeichnet durch ein mulmiges Gefühl in der Magengegend, Kribbeln auf der Haut, Schwindel und innere Unruhe. Außerdem kommt es zu einem Anstieg des Blutdrucks und der Pulsfrequenz. Die volle Wirkung tritt nach 1-2 Stunden ein und ist gekennzeichnet durch:

  • Halluzinationen (wirken sich auf alle Sinne aus)
  • Wahrnehmungsveränderung von Emotionen, Tönen und Farben
  • Stimmungsveränderung
  • Bewusstseinserweiterung; veränderte Zeitwahrnehmung (kurze Zeitspannen werden besonders lang wahrgenommen)
  • euphorische Grundstimmung
  • tarkes Gefühl von Wachheit
  • Synästhesie (Überlagerung von Sinneswahrnehmungen - z. B. Töne schmecken, Farben riechen)
  • gesteigerte Kreativität und gesteigertes Assoziationsvermögen

 

Gegenstände und/oder Personen können sich optisch verformen („morphen“) und sich in ihrer Größe und räumlichen Lokalisierung verändern (Illusionen). Es ist auch möglich, dass diesen Gegenständen und/oder Personen eine neue Bedeutung zugeschrieben wird. Es kann dazu kommen, dass man nach dem Konsum Dinge und Szenarios sieht, die real nicht existieren. Den meisten Usern gelingt es während des Trips, diese Dinge und Szenarien als „nicht-real“ zu kategorisieren. Selten kann es jedoch auch zu echten Halluzinationen kommen, das bedeutet, dass man nicht mehr zwischen Realität und Einbildung differenzieren kann. Solche Erfahrungen können selbst erfahrene Konsumenten einschüchtern oder beunruhigen. Es kann auch zu sogenannten „bad trips“ („Horrortrips“) kommen.


Diese können bis zur angstvollen „Ich-Auflösung“ gehen. Gekennzeichnet sind solche Trips durch folgende Merkmale

  • Gefühl der Bedrohung
  • Angst, nicht mehr unterzukommen („hängenzubleiben“)
  • Gefühl der Fremdbestimmung (Wahrnehmung der eigenen Person als Marionette)
  • verzerrte und verfremdete Wahrnehmung der Umgebung, die als einschüchternd oder bedrohlich empfunden wird



Nebenwirkungen

Folgende Nebenwirkungen sind zu erwarten:

  • Anstieg der Körpertemperatur
  • Erhöhung der Pulsfrequenz, des Blutdrucks und des Blutzuckerspiegels
  • geweitete Pupillen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unsicherheit
  • Orientierungsstörungen
  • unkontrollierbare Angstzustände
  • sehr große Gefahr: Unfallgefahr durch krankhafte Selbstüberschätzung (z. B. Gefühl, fliegen zu können oder Züge zum Stehen zu bringen) und veränderte Wahrnehmung äußerlicher Faktoren (Fehleinschätzung von Distanzen)
  • Bei „Horrortrips“ oder starker Verwirrtheit besteht die Gefahr, sich selbst oder andere Menschen zu verletzen.



Langzeitfolgen

Zwar besteht kein Risiko einer körperlichen Abhängigkeit beim Konsum von LSD, es kommt jedoch zu einer körperlichen Toleranzbildung. Es muss eine höhere Dosis konsumiert werden, um einen gleichen Effekt zu erzielen. Risiken beim Langzeitkonsum sind in erster Linie psychischer Natur.

Durch die intensive Wirkung von LSD kann es (auch schon bei einmaligem Konsum) zu einer dauerhaften und unter Umständen irreversiblen (nicht umkehrbaren) Änderung der Persönlichkeit und Selbstwahrnehmung führen. Außerdem besteht das Risiko, dass verborgen vorhandene psychische Störungen ausgelöst werden.

 

Safer Use

Um das entstehende Risiko beim Konsum von LSD zu reduzieren, solltest du unbedingt einige Hinweise beachten:

  • Personen mit psychischen Erkrankungen, Belastungen oder Beeinträchtigungen setzen sich beim Konsum von LSD einem besonderen, unter Umständen schwer absehbarem Risiko aus.
  • Das Risiko einer Herz-Kreislauf-Erkrankung kann beim Konsum von LSD ebenfalls erhöht werden.

 Im Zweifelsfall sollte der Konsum vermieden werden.

  • Frauen sollten während der Periode auch vom Konsum absehen, da ein Trip die Regelschmerzen verstärken kann und dies dafür sorgt, dass ein Trip sehr schnell unangenehm wird.
  • Ein LSD-Trip kann eine sehr prägende Erfahrung darstellen. Wenn du Angst vor der Wirkung hast, solltest du auf den Konsum verzichten. In jedem Fall ist es ratsam,  eine (im besten Fall erfahrene) Person dabei zu haben, damit diese auf dich aufpassen
  • kann.
  • Ein LSD-Trip kann sich auch in einem gewissen Maß „lenken“ lassen. Versuche deine Gedanken vor und während des Trips auf positive Sachen zu richten. Negative Gefühle und Gedanken können sich schnell verstärken und dafür sorgen, dass du in einen „Horrortrip“ gelangst.
  • Müdigkeit ist hierfür eine denkbar schlechte Voraussetzung, da ein Trip sehr anstrengend sein kann, wenn du körperlich erschöpft bist.
  • Da der Orientierungssinn in der Regel gestört wird, solltest du Tätigkeiten vermeiden, bei denen du dich oder andere in Gefahr bringen kannst (Auto oder Fahrrad fahren, schwimmen, belebte Straßen überqueren, in große Höhen klettern, …).
  • Wichtig ist, den Trip gut vor- und nachzubereiten. Nimm dir die Zeit, um das Erlebte und die gesammelten Erfahrungen zu reflektieren und zu sortieren. Sprich mit Freunden über das, was du erlebt hast und konsumiere erst wieder, wenn du das Gefühl hast, den Trip verarbeitet zu haben.

Infos zu „Horrortrips“:

  • Suche am besten die Nähe zu deinen Freunden und teile ihnen mit, dass es dir gerade nicht gut geht.
  • Um einen „Horrortrip“ möglichst angenehm zu überstehen, kann es hilfreich sein, reizarme Örtlichkeiten aufzusuchen (möglichst wenige Menschen, wenige Lichteffekte, keine laute Musik, …).
  • Einige User berichten außerdem, dass Getränke mit einem hohen Vitamin-C-Gehalt helfen sollen
  • (beispielsweise Orangensaft). Auf einigen Veranstaltungen und Festivals gibt es PsyCare-Angebote, an die du dich im Falle eines „bad trips“/„Horrortrips“ wenden kannst. Sollte dies alles nichts nützen und sich der „Horrortrip“ dennoch verstärken, suche bitte medizinische Hilfe auf (oder bitte jemanden darum).
  • Das medizinische Fachpersonal sollte dann auch über den Konsum der Droge in Kenntnis gesetzt werden (Vorsicht: Personen in der Notrufzentrale unterstehen keiner Schweigepflicht - Ärzte und Ärztinnen hingegen schon).
  • Gegebenenfalls kann dir der Arzt oder die Ärztin beruhigende Medikamente verabreichen, ein spezifisches LSD-Gegenmittel gibt es allerdings nicht.


Rechtslage

Erwerb, Handel und Herstellung von LSD sind laut BtMG verboten.

 

Nachweisbarkeit

Je nach Häufigkeit und Dauer des Konsums kann LSD bis zu 12 Stunden im Blut und bis zu 3 Tagen im Urin nachgewiesen werden (bei Dauerkonsumenten bis zu 3 Monaten). In den Haaren ist die Droge theoretisch unbegrenzt nachweisbar.

 

Schwangerschaft

Konsumierst du häufig LSD und nimmst die Antibabypille, ist es denkbar, dass die empfängnisverhütende Wirkung der Pille abgeschwächt wird. Der Konsum von LSD kann unter anderem zu Erbrechen führen. Passiert das bis zu 4 h nach Einnahme der Pille, gelangt u. U. zu wenig Wirkstoff der Pille in den Blutkreislauf. Am besten auf nicht-hormonelle Verhütungsmittel zurückgreifen, um eine ungewollte Schwangerschaft zu vermeiden.

 

Der Konsum sollte im Falle einer Schwangerschaft vermieden werden, da das Risiko einer Früh- oder Fehlgeburt besteht. LSD verengt die Blutgefäße und kann starke Kontraktionen des Uterus auslösen - dadurch können vorzeitig die Wehen ausgelöst werden und die Geburt einleiten. Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten, ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren. Beide unterliegen der Schweigepflicht.