X

Ecstasy

Substanz

Der ursprüngliche Wirkstoff von Ecstasy (im Folgenden XTC genannt) ist das Amphetaminderivat MDMA.Es werden aber auch andere Derivate wie MDA, MDBD, MDE und MDEA bzw. Kombinationen mehrerer Derivate und Wirkstoffe als XTC gehandelt. Amphetamine, Halluzinogene (z.B. DOB), Koffein und andere toxische Substanzen wie PMA und Atropin können als Beimengungen oder auch als Hauptwirkstoffe in den Pillen fungieren.


So tauchen beispielsweise immer wieder Pillen auf, die das starke Halluzinogen 2 C-B als (Haupt-)Wirkstoff beinhalten. Die Wirkung von 2 C-B kann unvorbereitete User schnell überfordern. Form und Aussehen geben dabei keinen sicheren Rückschluss auf vorhandene Inhaltsstoffe.Früher noch weitestgehend bekannt unter den Namen „Adam“ (für MDMA) oder „Eve“ (für MDEA), sind heute übliche Szenebezeichnungen „E“, „Teile“, „Pille“, „Emma“ usw. MDMA wird meist oral in Pillenform mit unterschiedlichsten Druckmotiven bekannter (popkultureller) Logos konsumiert. Eine weitere Darreichungsform bilden Kristalle, welche in sogenannten „Bömbchen“ geschluckt oder zermahlen in Getränken aufgelöst konsumiert werden.


Wirkung

Der Wirkungseintritt und die eigentliche Wirkung sind abhängig von der Dosierung, der Konsumform, dem Wirkstoffgehalt, eventuellen Streckstoffen und dem Set & Setting (der eigenen, körperlichen und seelischen Verfassung und dem Umfeld). Wirkungseintritt bei oralem Konsum ist nach etwa 30 bis 45 Minuten zu erwarten – bei manchen Produktformen aber auch
erst nach 90 Minuten.

Nasaler Konsum ist ebenfalls möglich, angesichts des erhöhten Verletzungsrisikos der Schleimhäute ist davon jedoch dringend abzuraten.

Beim Sniefen der Substanz kann die Wirkung bereits nach wenigen Minuten eintreten. Die Wirkungsdauer variiert je nach Wirkstoff und Wirkstoffgehalt. Es sind Wirkdauern von 2 bis 8 Stunden möglich.

Folgende Wirkungen sind zu erwarten:

  • bei geringer Dosierung stimulierend und/oder entspannend
  • abhängig vom Wirkstoff aufputschend oder leicht halluzinogen
  • Gefühle von Offenheit und verstärktem Einfühlvermögen („Liebesdroge“)
  • entaktogene Wirkung (das „Innere berührend“)
  • Unterdrücken des Schlaf und Hungergefühls
  • Verstärkung von Gefühlen wie Glück und Euphorie

 

Nebenwirkungen

  • Erhöhung von Blutdruck, Herzfrequenz, Atmung, Motorik und Körpertemperatur
  • Schwindelgefühle
  • Herzrasen
  • Übelkeit
  • Schweißausbrüche
  • erweiterte Pupillen
  • verkrampfte Kiefermuskulatur (Zähne knirschen)
  • auftretende Halluzinationen können zu Panikattacken führen
  • Risiko des Ansteigens der Körpertemperatur auf bis zu 41°C
  • Kreislaufkollaps durch Überanstrengung
  • Sauerstoffmangel
  • Nieren- und Leberversagen
  • Gefahr einer Überhitzung und Austrocknung des Körpers, kann u.U. zum Tod führen

Bei Abklingen der Wirkung setzt meist der "Ecstasy-Kater" ein (Depressionen, niedrige Frustrationstoleranz, Angst). Das liegt darin begründet, das MDMA die Serotoninausschüttung im Gehirn stark stimuliert. Serotonin ist ein Neurotransmitter, der im Belohnungszentrum des Gehirns wirkt und Glücksgefühle auslöst. Nach dem Ecstasyrausch sind die Serotoninreserven stark erschöpft. Es dauert ein paar Tage, um diese Reserven wieder aufzufüllen.

 

Langzeitfolgen

  • Abmagerung
  • Leber- und Nierenschäden
  • Herzfunktionsstörungen
  • Neurotoxizität (Nervenschädigungen) kann ausgelöst werden
  • Gedächtnisstörungen
  • Konzentrationsschwäche
  • Sprachstörungen
  • Persönlichkeitsveränderungen

Ecstasy kann psychisch abhängig machen und eine Toleranzentwicklung bei häufigem Konsum ist beobachtbar (um die gleiche Wirkung zu erhalten, muss die Dosis erhöht werden).

 

Safer Use

Achte auf dein Set (innerer Zustand)!:

  • Wie fühlst du dich?
  • Bist du gesund genug, besorgt dich etwas oder geht es dir einfach nicht gut?
  • Fühlst du dich gestresst oder bist du ausgeruht? All dies beeinflusst die Wirkung im positiven wie auch im negativen Sinne.
  • Benutze deshalb XTC niemals zur Stimmungsaufhellung oder zur Problemlösung! Achte auf dein Setting!
  • Benutze XTC nur, wenn du dich mit den Menschen und in deiner Umgebung wohl fühlst.
  • Am besten ist es, keine Pillen nachzuwerfen. Wenn die Wirkung nachlässt, ist das in Ordnung, denn jeder Rausch geht irgendwann zu Ende!
  • Nimm lieber erst einen kleinen Teil der Pille (1/4, maximal 1/2), um dich vor Überdosierungen oder kontaminierten Pillen „schützen“. Die jährlich erscheinenden Berichte von Drug Checking Projekten zur Substanzanalyse 
  • (z.B. von CheckIt! Oder saferparty) belegen, dass die Dosierung von XTC-Tabletten in den letzten Jahren (Stand 2019) immer weiterzugenommen hat.
  • Trinke ausreichend Flüssigkeit.
  • Beim Gebrauch von XTC musst du auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr und die Aufnahme von Vitaminen achten, dies kann unter Umständen Risiken reduzieren.
  • Da koffeinhaltige Getränke neben den sowieso schon gefährlichen Wechselwirkungen mit MDMA und anderen Derivaten dem
  • Körper zusätzlich Wasser entziehen, solltest du besser Mineralwasser oder Säfte trinken.
  • Vermeide es beim Tanzen eine Kopfbedeckung
  • zu tragen, da dies zum Wärmestau und im
  • Extremfall zum Hitzschlag führen kann.
  • Vermeide den Mischkonsum mit anderenlegalen und illegalen Substanzen! GesundheitlicheRisiken werden verstärkt, weil es zu unberechenbaren Wechselwirkungen kommen kann.
  • Lege zusätzlich Tanzpausen ein und geh an die frische Luft, aber denke auch an die dich umgebenden Temperaturen!
  • Lege immer wieder Konsumpausen ein (min. 4 bis 6 Wochen) damit dein Körper die nötige Zeit bekommt, sich zu regenerieren.
  • Gegen den XTC-„Kater“ nach dem Runterkommen helfen neben vitaminreichem, fettreduziertem Essen, Tee und dem Verzicht auf Koffein und Alkohol außerdem eine heiße Dusche, frische Klamotten und ausreichend Schlaf.

 

Beim Sniefen solltest du außerdem
folgendes beachten:

  • Säubere nach dem Konsum stets die Nasenlöcher, am besten ist eine Spülung mit
  • einer milden Kochsalzlösung.
  • Der Gebrauch von Nasensprays sollte möglichst vermieden werden, da die Schleimhäute dadurch zusätzlich
  • ausgetrocknet werden.
  • Zerkleinere die Droge zu einem möglichst feinen Pulver und das auf einer trockenen, glatten Oberfläche.
  • Je feiner die Droge ist, umso geringer ist das Risiko, die Nasenschleimhäute zu schädigen.
  • Gerade bei kristallinem MDMA solltest du jedoch vom Sniefen absehen, da die Schleimhäute einem unverhältnismäßigem
  • Verletzungsrisiko ausgesetzt sind.
  • Als „sicherste“ Konsumform gilt die orale Einnahme von genau dosierten (abgewogenen) „Bömbchen“ oder Getränken.
  • Benutze bei jedem Konsum ein neues und sauberes Stück Papier oder ein steriles Röhrchen ohne scharfe Kanten statt einem
  • Geldschein o. ä. Geldscheine gehen durch viele Hände und sind somit mit viel Schmutz und Krankheitserregern behaftet.

 

Rechtslage

Erwerb, Handel und Herstellung von Ecstasy ist laut BtMG verboten.

 

Nachweisbarkeit

Je nach Häufigkeit und Intensität des Ecstasykonsums kann es bis zu 24 Stunden im Blut und zwischen 2 und 4 Tagen im Urin nachgewiesen werden. In den Haaren ist die Droge theoretisch zeitlich unbegrenzt nachweisbar.

 

Schwangerschaft

Es besteht das Risiko von Fehlbildungen beim Neugeborenen, wie z.B. Defekte des Zentralnervensystems, Herzfehler wie Herzrhythmusstörungen, Gefäßverengungen und Fehlbildungen im Bereich des Urogenitaltrakts (Nieren, Harnableitungen, Geschlechtsorgane).

Akute Hypertonie (Bluthochdruck) bei der Schwangeren kann zu einer vorzeitigen Plazentalösung führen, welche eine lebensbedrohliche Gefahr für Mutter und Kind darstellt. Entwicklungs und Wachstumsstörungen des Fötus können auftreten. Weiterhin besteht die Gefahr einer akuten und chronischen Leistungsschwäche der Plazenta. Einige dieser Folgen können zum Verlust des Ungeborenen führen.

Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren.
Beide unterliegen der Schweigepflicht.