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Speed / Amphetamin

Substanz

Der szenegeläufige Name der synthetischen psychotropen Substanz Amphetamin (alpha-Methylphenethylamin) ist Speed (auch Pepp, Ampfe oder Schnelles genannt). Speed gehört zu den gängigsten Stimulanzien, die sich aufgrund der aufputschenden Wirkung vor allem im Partysetting einer großen Beliebtheit erfreut. Auf dem illegalen Markt wird Speed meißt als feines, weißes oder gelbliches Pulver (seltener auch als Paste) verkauft. Der Wirkstoffgehalt unterliegt nach Testergebnissen diverser Drugchecking-Projekte, wie Saferparty aus Zürich, extrem starken Schwankungen. - Teilweise zwischen einem Prozent bis hin zu nahezu 90 Prozent. Außerdem wird Speed häufig mit unterschliedlichen Verschnittstoffen wie z.B. Koffein und Ephedrin gestreckt, die ebenfalls einen stimulierenden Charakter aufweisen.    

 

Speed wird in der Regel gesnieft, und selten geschluckt oder gedrückt.

  

Wirkung

Wirkungseintritt nach 5-15 Minuten (Sniefen), nach wenigen Sekunden (Spritzen) oder innerhalb von 30-45 Minuten (Schlucken); Dauer ca. 5-6 Stunden; (Sollte Methamphetamin, der Wirkstoff von Crystal, enthalten sein, kann die Wirkung bis zu 12 Stunden anhalten.)

 

  • Müdigkeits- und Erschöpfungsgefühle werden unterdrückt
  • Steigerung der Leistungsfähigkeit
  • Hungergefühl nimmt ab
  • Beschleunigung des Kreislaufes
  • gesteigertes Selbstvertrauen
  • Gefühl allgemeiner Zufriedenheit

    

Nebenwirkungen

  • Übelkeit
  • Schwindel
  • Kopfschmerzen
  • sichtbare Pupillenerweiterung
  • Ansteigen der Körpertemperatur
  • ständige Erschöpfung
  • Dauermüdigkeit (12-14h Schlaf/Tag)
  • Paranoia
  • überhöhte unregelmäßige Pulsfrequenz (Herzrasen, -stolpern)
  • Nervosität
  • erhöhtes Aggressionspotenzial
  • Depressionen nach Abklingen des Rauschs

  

Langzeitfolgen

  • Nasenschleimhäute werden extrem geschädigt (Sniefen)
  • Schwächung des Immunsystems
  • dauerhafter Anstieg des Blutdrucks
  • Schlafstörungen 
  • Abmagerung
  • Monatszyklus bei Frauen kann gestört werden
  • dauerhafte Hirnschädigungen nicht auszuschließen

 

Speed kann eine starke psychische Abhängigkeit erzeugen, welche mit einer schnellen Toleranzentwicklung (Erhöhung der Konsummenge, um gleiche Wirkung zu erreichen) einhergeht. Behandlungsbedürftige Psychosen können entstehen.

  

Safer Use

Um das entstehende Risiko beim Konsum von Speed zu reduzieren, solltest du unbedingt einige Hinweise beachten:

Personen mit folgenden körperlichen und psychischen Problemen sollten auf den Konsum von Speed verzichten: Bluthochdruck, Epilepsie, Krampfleiden, Schilddrüsenüberfunktionen, Herzerkrankungen oder psychischen Problemen.

Achte auf dein "Set"! Set ist dein innerer Zustand, d.h. ob du dich gut/schlecht fühlst, ob du gesund bist/Schmerzen hast, ob du müde/wach bist, ob du gestresst/ ausgeruht bist. Dein Set beeinflusst die Drogenwirkung dementsprechend im positiven oder negativen Sinn.

Du solltest nach der Einnahme von Speed auf keinen Fall aktiv am Straßenverkehr teilnehmen!

Vermeide den Mischkonsum mit anderen legalen und illegalen Substanzen! Es können unberechenbare und gesundheitsschädigende Wechselwirkungen auftreten.

Verzichte auf das gemeinsame Nutzen von Spritzbestecken beim intravenösen Konsum, da Infektionsgefahr mit HIV oder Hepatitis besteht.

Beim Gebrauch von Amphetaminen und Amphetaminderivaten musst du auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Aufnahme von Vitaminen achten. Dies kann unter Umständen Risiken herabsetzen.

Trinke Mineralwasser oder Säfte, da koffeinhaltige Getränke dem Körper zusätzlich Wasser entziehen. Vitamin C (Frischobst), Tanzpausen und Frischluft verringern weiterhin das Risiko gesundheitlicher Schäden.

Vermeide es, beim Tanzen eine Kopfbedeckung zu tragen, da dies zum Wärmestau und im Extremfall zum Hitzeschlag führen kann.

Lege möglichst lange Konsumpausen ein.

 

Beim Sniefen solltest du außerdem folgendes beachten:

  • Säubere nach dem Konsum stets die Nasenlöcher, am besten ist eine Spülung mit einer milden Kochsalzlösung. 
  • Der Gebrauch von Nasensprays sollte möglichst vermieden werden, da die Schleimhäute dadurch zusätzlich ausgetrocknet werden.
  • Zerkleinere die Droge zu einem möglichst feinen Pulver und das, auf einer trockenen, glatten Oberfläche. Je feiner die Droge ist, umso geringer ist das Risiko, die Nasenschleimhäute zu schädigen.
  • Statt Geldscheinen o.ä., was durch viele Hände gegangen ist und mit viel Schmutz und eventuell Krankheitserregern behaftet ist, solltest du besser bei jedem Konsum ein neues und sauberes Stück Papier oder im besten Fall ein steriles Ziehröhrchen verwenden!
  • Stecke das Röhrchen hoch in die Nase hinauf und vermeide dabei möglichst, die Nasenschleimhäute zu verletzen.
  • Teile das Röhrchen nie mit anderen, da auch auf diesem Weg ein Infektionsrisiko für HIV und Hepatitis besteht.

  

 

Rechtslage

Amphetamin unterliegt dem BtMG, d.h. Erwerb, Handel und Herstellung sind in Deutschland verboten.

 

Nachweisbarkeit

Je nach Häufigkeit und Intensität des Konsums kann Speed zwischen 8 und 24 Stunden im Blut und bis zu  4 Tagen (vereinzelt auch bis zu einer Woche) im Urin nachgewiesen werden. In den Haaren ist die Substanz theoretisch unbegrenzt nachweisbar.

 

Schwangerschaft

Es besteht ein erhöhtes Risiko von Fehlbildungen beim Neugeborenen (Defekte des Zentralnervensystems, Herzfehler wie Herzrhythmusstörungen, Gefäßverengungen und Fehlbildungen im Bereich des Urogenitaltrakts (Nieren, Harnableitungen, Geschlechtsorgane)). Entwicklungs- und Wachstumsstörungen des Fötus können auftreten. Akut hoher Bluthochdruck bei der Schwangeren kann zu einer vorzeitigen Plazentalösung führen. Im späteren Verlauf kann sich eine Verhaltensstörung manifestieren. In den ersten Entwicklungsetappen weisen die Neugeborenen eine ausgeprägte Zittrigkeit, verminderten Appetit, schreckhaftes Reagieren auf Umgebungsreize und gestörte Feinmotorik sowie Tag-Nacht-Rhythmus auf. Hyperaktivität und eingeschränkte psychosoziale Wahrnehmung in den ersten drei Jahren können auftreten. Aufgrund dieser sehr wahrscheinlichen, schwerwiegenden Entwicklungsschäden und den Risiken für Mutter und Kind, welche lebensbedrohlich sind und zum Verlust des Kindes führen können, empfehlen wir den Konsum in der Schwangerschaft und während der Stillzeit unbedingt zu verzichten.

 

Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren.