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PCP

Substanz

Phencyclidin (kurz PCP) ist ein starkes Narkosemittel und wird nur in der Tiermedizin eingesetzt (vor allem als Beruhigungsmittel für Schlachtvieh). Es ist als weißes, kristallines Pulver, Flüssigkeit, in Tablettenform bzw. Kapseln oder als Spray erhältlich. In der Szene wird es als "Angel's Dust", "Engelsstaub", "Elefantenkiller", "Unkrautvertilger", "Loveleys" (in PCP getunkte Zigaretten), "Space Base" (PCP und Crack), "Black Dust" oder "Sunshine" (PCP und Heroin) bezeichnet. Ein weiterer Szenename ist "Crystal", dieses hat allerdings nichts mit dem methamphetaminhaltigen Crystal zu tun. Eine Verwechslung ist leicht möglich und kann fatale Folgen haben.

Als Pulver wird PCP in Reinform oder in Tabletten gepresst, oral eingenommen. Manche sniefen das Pulver. Gelegentlich wird PCP auf Cannabis oder Tabak gespritzt, um geraucht werden zu können. Der intravenöse Gebrauch ist ebenfalls möglich, wird jedoch selten angewandt.

 

Wirkung

Wirkungseintritt 30 – 60 Minuten (orale Einnahme) oder nach 2 – 5 Minuten (Rauchen); Dauer zwischen 6 und 48 Stunden, Die Wirkung ist äußerst unberechenbar und von der Dosis, vorherigen Erfahrungen, der momentanen Verfassung und den Umgebungsreizen abhängig.

 

  • Starke Euphorie oder aber panische Angst können das Erleben prägen
  • Schweregefühl in Armen und Beinen
  • Benommenheit
  • Schmerzunempfindlichkeit
  • Wahrnehmungsverzerrung
  • akustische Halluzination

   

Nebenwirkungen

  • Aggressionen
  • verengte Pupillen
  • beschleunigter Puls und Blutdruckanstieg
  • Änderung des Atemrhythmus
  • Taubheit und Distanzierung von einzelnen Körperteilen oder vom ganzen Körper
  • Beeinträchtigung der Konzentrationsfähigkeit, des Sprachvermögens und der Körperkoordination
  • Krampfanfälle
  • depressive Verstimmung 
  • „Horror-Trips“ möglich
  • Bewusstseinsverlust bei höher Dosierung, anschließend fällt der Konsument in einen regungslosen starren Zustand
  • Bei Überdosierungen: tiefes Koma, das über Tage andauern kann

     

Langzeitfolgen

  • Paranoia und Psychosen
  • Sprachstörungen
  • Störung des Kurzzeitgedächtnisses
  • depressive Stimmung
  • rasche Toleranzentwicklung (d.h. Dosis muss stark erhöht werden, um ähnlichen Effekt zu erzeugen)

Es besteht die Gefahr von psychischer und auch physischer Abhängigkeit!

   

Safer Use

Um die entstehenden Risiken durch den Konsum von PCP zu reduzieren, solltest du einige Hinweise beachten: 

Personen, die unter Bluthochdruck leiden, sollten auf keinen Fall PCP konsumieren, da PCP blutdrucksteigernd wirkt.

Vermeide den Mischkonsum mit anderen legalen und illegalen Drogen! Dieser führt zu unvorhersehbaren, gesundheitlichen Nebenwirkungen.

Du solltest PCP auf keinen Fall intravenös gebrauchen, da das besonders gefährlich ist. 

PCP sollte nicht auf vollen Magen eingenommen werden, also mindestens eine Stunde vorher nichts essen. 

PCP ist ein potentes Halluzinogen und somit keine Tanz- bzw. Partydroge!

Während des Rausches hörst du einige Frequenzen nicht mehr, dennoch solltest du  Musik leise hören bzw. Ohrstöpsel verwenden, um dein Hörvermögen nicht zu schädigen. 

Auf PCP besteht eine erhöhte Unfall- und Verletzungsgefahr. Deswegen besser nicht allein und nicht in gefährlicher Umgebung (Baustellen, Dächer) konsumieren. 

Durch den Konsum von PCP können latente (verdeckte) Psychosen hervorgerufen und ausgelöst werden. Psychisch vorbelastete Personen sind besonders gefährdet und sollten deshalb auf PCP verzichten. 

 

Rechtslage

Erwerb, Handel und Herstellung von PCP sind laut BtMG verboten.

 

Nachweisbarkeit

Je nach Häufigkeit und Intensität des Konsums ist PCP 2 bis 4 Tage im Urin nachweisbar.

 

Schwangerschaft

Das Risiko einer Frühgeburt besteht. Eine mögliche Bewusstlosigkeit beim Konsum von PCP führt zu einer Unterversorgung des Organismus und somit wird auch das ungeborene Leben geschädigt. Zudem ist durch die Verletzungs- und Selbstschädigungsgefahr der Fötus gefährdet. Ein psychisches Ungleichgewicht sowie Angst- oder Panikzustände bei der Mutter können sich erheblich auf die psychische Verfassung des Kindes auswirken. 

Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren.