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LSD

Substanz

LSD (LysergSäureDiäthylamid) ist eine farb-, geruchs- und geschmackloses halbsynthetisches Halluzinogen. Es wird meist auf Löschpapier- bzw. Papierstückchen ("Trips", "Pappen") geträufelt und so verkauft. Seltener kann man es in Form von kleinen Tabletten ("Micros"), die aus winzigen Filzköpfen oder Gelatine bestehen, oder in Kapselform erwerben.

Der Wirkstoffgehalt ist dabei starken Schwankungen unterlegen (zw. 50 und 200 Mikrogramm). "Micros" sind meist extrem hoch dosiert (bis 250 Mikrogramm). Szenenamen sind u.a. "Acid", "Pappen", "Trips", „Tickets“, „Micros“, "Säure", "Blotters" oder auch "Blots".

Die Aufnahme erfolgt meist über den Speichel (Schleimhäute) durch Schlucken oder auch über die Haut am gesamten Körper.

 

Wirkung

Wirkungseintritt nach ca. 30-60 Minuten; Dauer 6 bis 12 Stunden (auch längere Wirkungsdauer möglich)

  • Halluzinationen (wirken sich auf alle Sinne aus)
  • Wahrnehmungsveränderung von Emotionen, Tönen und Farben
  • Stimmungsveränderung
  • Bewusstseinserweiterung
  • Zeitverschiebung (kurze Zeitspannen werden besonders lang wahrgenommen)
  • Überlagerung von Sinneswahrnehmungen (Töne schmecken, Farben riechen)

 

 

Nebenwirkungen

  • Anstieg der Körpertemperatur
  • Erhöhung der Pulsfrequenz, des Blutdrucks und des Blutzuckerspiegels
  • geweitete Pupillen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Unsicherheit
  • Orientierungsstörungen
  • unkontrollierbare Angstzustände ("Horrortrips")
  • sehr große Gefahr: krankhafte Selbstüberschätzung

 

 

Langzeitfolgen

  • Gefahr des "Hängenbleibens" (das Nichtverarbeiten eines Rausches)
  • "Flashbacks" (selbst nach Tagen oder Wochen können Symptome, die durch die psychoaktive Substanz hervorgerufen worden sind, erneut spontan und für wenige Sekunden bis Minuten auftreten)
  • Auslösen von schweren Psychosen, Depressionen und Phobien
  • Persönlichkeitsveränderung und Änderung in der Selbstwahrnehmung

Es besteht das Risiko einer Toleranzbildung (um die gleiche Wirkung zu erreichen, ist eine höhere Dosis notwendig). Die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit ist gegeben.

 

Safer Use

Um das entstehende Risiko durch den Konsum von LSD zu reduzieren, solltest du unbedingt einige Hinweise beachten:

Personen mit folgenden körperlichen und geistigen Beschwerden sollten auf den Konsum verzichten: Herz-Kreislaufkrankheiten oder Krampfanfälle und Epilepsie sowie Personen in psychiatrischer Behandlung.

Nimm nach dem Konsum nicht aktiv am Straßenverkehr teil! Niemals solltest du LSD nehmen, wenn du ein Fahrzeug führst!

Achte auf dein Set (innerer Zustand) und Setting (Umfeld)! Wenn du schlecht drauf bist oder Angst hast, solltest du auf den Konsum verzichten.
Ein positives Wohlbefinden und eine Vertrauensperson in deiner Nähe können dir helfen, schwierige Situationen zu vermeiden.

Vermeide den Mischkonsum mit anderen legalen und illegalen Substanzen, da es zu ungeahnten und gesundheitsschädigenden Nebenwirkungen kommen kann.

LSD solltest du nicht auf vollen Magen einnehmen, da sich die Wirkung so verzögern kann und dadurch die Gefahr des Nachlegens und einer Überdosierung erhöht ist.

LSD ist ein potentes Halluzinogen und somit keine Partydroge! Da deine Sinnesorgane auf Party regelrecht überflutet werden, können "Horrortrips" die Folge sein.

Auf psychedelischen Reisen ist die Lust auf Sex häufig stark ausgeprägt. Denk daran: Zum Safer Use gehört auch Safer Sex!

Gönn dir und deinem Körper nach einem LSD-Trip die Möglichkeit zur Entspannung und ausreichend Schlaf.

Reflektiere das Erlebte, deine Eindrücke und Gefühle intensiv nach dem Trip.

Nach schlechten Erlebnissen solltest du versuchen, dich auf schöne Dinge einzulassen. Wenn du das Gefühl hast, allein nicht mehr klar zu kommen, dann wende dich an deine Freunde, an uns oder suche eine Beratungsstelle in deiner Nähe auf.

 

Rechtslage

Erwerb, Handel und Herstellung von LSD sind laut BtMG verboten.

 

Nachweisbarkeit

Je nach Häufigkeit und Dauer des Konsums kann LSD bis zu 12 Stunden im Blut und bis zu 3 Tagen im Urin nachgewiesen werden (bei Dauerkonsumenten bis zu 3 Monaten). In den Haaren ist die Droge theoretisch unbegrenzt nachweisbar.

 


Schwangerschaft

Es besteht das Risiko einer Frühgeburt durch LSD-Konsum während der Schwangerschaft. Ein psychisches Ungleichgewicht, Angst- oder Panikzustände bei der Mutter können sich erheblich auf die psychische Verfassung des Kindes auswirken.

Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren.