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"Hasch mich, ich bin der Frühling!" - Streitgespräch

Am 11.04.2017 fand im Kunstpavillon Eisenach eine Podiumsdiskussion zum Themenschwerpunkt der bundesdeutschen Cannabispolitik statt.

Über das Für und Wider der Entkriminalisierung und Legalisierung der illegalen Droge Cannabis debattierten der drogenpolitische Sprecher der Fraktion DIE LINKE, Frank Tempel, der Thüringer Landtagsabgeordnete der CDU-Fraktion, Raymond Walk, der Bundesvorstand des Grünen Hilfe Netzwerks e.V., Thomas Schneider sowie der Koordinator des Fachbereichs illegale Drogen des Präventionszentrums der Suchthilfe in Thüringen GmbH und Leiter des Musikszeneprojektes Drogerie, Sebastian Franke.

Gemeinsam wurde die derzeitige Drogenpolitik kontrovers unter die Lupe genommen und über mögliche Alternativen diskutiert. Eröffnet und moderiert wurde die Veranstaltung von dem Eisenacher Jörg Rumpf.

 

Hier eine kurze Zusammenfassung: 

Die Meinungen zu diesem Thema gingen nicht nur in dieser Runde bisweilen stark auseinander, sondern werden seit Jahren in unserer gesamten Gesellschaft kontrovers diskutiert. Legalisierung und Entkriminalisierung von Cannabis ist gerade unter jungen Erwachsenen ein populäres Thema. 

Frank Tempels Position ist klar definiert. Seiner Meinung nach herrscht eine Fehlgewichtung in der Drogenpolitik der Bundesrepublik. Gleichzeitig spricht er an, dass es in Ländern in denen Cannabis maßgeblich legalisiert wurde zu keinem signifikantem Anstieg im Konsum von Cannabis-Produkten gekommen ist.

Die Meinung des Thüringer Landtagsabgeordneten der CDU, Raymond Walk, steht hier deutlich konträr zur Überzeugung Tempels. Da die Bundesrepublik schon genügend Probleme mit den legalen Drogen Alkohol und Nikotin hat, findet er es verantwortungslos noch eine weitere psychotrope Substanz zu legalisieren. 

Begrüßt wurde von allen Teilnehmern der Diskussionsrunde mit dem am 19.01.2017 vom Bundestag verabschiedetem Gesetz, der medizinischen Freigabe von Cannabis als Schmerzmittel für Schwerstkranke. Nach dem Leiter des Musikszeneprojektes Drogerie, Sebastian Franke, besteht hier jedoch auch bei Medizinern noch ein starker Aufklärungsbedarf, da medizinisches Cannabis zwar mittlerweile verschreibungspflichtig geworden ist, jedoch in vielen Fällen einfach noch nicht verschrieben wird. Außerdem halten sich momentan auch noch die Krankenkassen stark zurück. Zu Bedenken gilt weiterhin die Einhaltung des Jugendschutzes, bei einer möglicherweise kompletten zukünftigen Freigabe von Cannabis-Produkten. Eine flächendeckende Prävention auf Augenhöhe ist notwendig, um Risiken zu minimieren. 

Thomas Schneider, Vorstandsmitglied des Grüne Hilfe Netzwerk e.V., gibt an, dass Alkohol ungleich stärkere Nebenwirkungen aufweise, als es Cannabis jemals könnte und bestätigt das der Glaube an eine Einstiegsdroge als überholt gilt, da es vielerlei Gründe gibt, warum Menschen zu psychotropen Substanzen greifen. 

Trotz unterschiedlicher Ansichten, waren alle beteiligten Gesprächspartner der Meinung, das die Freigabe für den medizinischen Bereich zwingend erforderlich war, da hochpotente Schmerzmittel auf Opiat-Basis häufig starke Neben- und Wechselwirkungen aufweisen, die im Zweifelsfall den Patienten mehr schaden als nützen. Cannabis bietet da eine adäquate Alternative. Ob nun Cannabis in den nächsten Jahren auch für die Öffentlichkeit freigegeben wird, wird sich zeigen. Na dann High 5! 

Den veröffentlichten Artikel der Podiumsdiskussion "Hasch mich, ich bin der Frühling" vom offenen  Jugend- und Wahlkreisbüro RosaLuxx DER LINKEN in Thüringen finder ihr Öffnet externen Link in neuem FensterHIER.