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Substanz
Speed ist synthetisch und ein Amphetamin. Es wird meist noch mit diversen anderen Stoffen, wie Koffein, Kalk, Ephedrin, Barbituraten, Paracetamol, Glassplittern, Waschpulver aber auch Methamphetamin etc. verschnitten, was den Wirkstoffgehalt zwischen 10% und 75% schwanken lässt. Speed wird meist als feines, weißes bis gelbliches, kristallines Pulver, selten in Tablettenform angeboten.
Szenenamen für Speed sind z.B. Pep, Peppen, "arme-Leute-Koks"...
Crystal hingegen ist ein Methamphetamin. Es hat einen sehr hohen Wirkstoffgehalt (bis zu 100%). Methamphetamin wirkt stärker als Amphetamin.

Konsumform
Speed wird vom User meist gesnieft aber auch gedrückt und selten geschluckt.

Wirkung
Die Wirkung tritt beim Sniefen nach 5-15 min, beim Drücken nach wenigen Sekunden und beim Schlucken innerhalb von 30-45 min. ein. Die Wirkung dauert ca. 5-6 Stunden. (Sollte Methamphetamin, der Wirkstoff von Crystal, enthalten sein, kann die Wirkung wesentlich länger - bis zu 30 Stunden - anhalten).
Speed ähnelt chemisch gesehen dem körpereigenen Adrenalin. Es wirkt direkt auf das Gehirn und aktiviert das "Alarmsystem" des Körpers. Jegliches Müdigkeits- und Erschöpfungsgefühl wird "beiseite geschoben", die Leistungsfähigkeit gesteigert, der Hunger abgeschaltet, der Kreislauf beschleunigt. Gesteigertes Selbstvertrauen und allgemeine Zufriedenheit sind weitere Merkmale, bedingt durch die Ausschüttung des Neurotransmitters Dopamin.
Zu den Nebenwirkungen zählen Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, sichtbare Pupillenerweiterung, Ansteigen der Körpertemperatur, ständige Erschöpfung, Dauermüdigkeit (12-14h Schlaf/ Tag), Depressionen, Paranoia, überhöhte unregelmäßige Pulsfrequenz (Herzrasen, -stolpern), Nervosität, Aggressivität. Diese kann noch Wochen nach dem Konsum beobachtet werden.
Durch das Sniefen werden die Nasenschleimhäute extrem geschädigt. Das Immunsystem wird geschwächt und der Blutdruck kann dauerhaft ansteigen. Es treten Schlafstörungen auf und der Körper magert ab. Der Monatszyklus einer Frau kann empfindlich gestört werden. Außerdem sind dauerhafte Hirnschädigungen nicht ausgeschlossen.
Speed kann eine starke psychische Abhängigkeit erzeugen, welche mit einer Toleranzbildung (Erhöhung der Konsummenge, um gleiche Wirkung zu erreichen) einhergeht. Behandlungsbedürftige Psychosen können entstehen.

Safer Use
Um das Risiko des Speedkonsums zu reduzieren, solltest du unbedingt einiges beachten:
Menschen mit Bluthochdruck, Epilepsie, Krampfleiden, Schilddrüsenüberfunktionen, Herzerkrankungen oder psychischen Problemen sollten unbedingt auf den Konsum verzichten.
Achte auf dein "Set"! Set ist dein innerer Zustand, d.h. ob du dich gut/ schlecht fühlst, ob du gesund bist/ Schmerzen hast, ob du müde/ wach bist, ob du gestresst/ ausgeruht bis. Dein Set beeinflusst die Drogenwirkung dementsprechend im positiven oder negativen Sinn.
Du solltest nach der Einnahme von Speed auf keinen Fall aktiv am Straßenverkehr teilnehmen.
Auf Mischkonsum mit anderen Drogen, auch Nikotin, Alkohol und Medikamente, solltest du in jedem Fall verzichten, da unberechenbare Wechselwirkungen auftreten können.
Verzichte auf das gemeinsame Nutzen von Spritzbestecken beim intravenösen Konsum, da Infektionsgefahr mit HIV oder Hepatitis besteht.
Beim Gebrauch von Amphetaminen und Amphetaminderivaten musst du auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und Aufnahme von Vitaminen achten. Dies kann unter Umständen Risiken herabsetzen.
Trinke Mineralwasser oder Säfte, da koffeinhaltige Getränke dem Körper zusätzlich Wasser entziehen. Vitamin C (Frischobst), Tanzpausen und Frischluft verringern weiterhin das Risiko gesundheitlicher Schäden.
Vermeide es, beim Tanzen eine Kopfbedeckung zu tragen, da dies zum Wärmestau und im Extremfall zum Hitzeschlag führen kann.
Lege möglichst lange Konsumpausen ein.

Beim Sniefen solltest du außerdem folgendes beachten:

Säubere nach dem Konsum stets die Nasenlöcher, am besten ist eine Spülung mit einer milden Kochsalzlösung. Der Gebrauch von Nasensprays sollte möglichst vermieden werden, da die Schleimhäute dadurch zusätzlich ausgetrocknet werden.
Zerkleinere die Droge zu einem möglichst feinen Pulver und das, auf einer trockenen, glatten Oberfläche. Je feiner die Droge ist, umso geringer ist das Risiko die Nasenschleimhäute zu schädigen.
Statt Geldscheinen o.ä., was durch viele Hände gegangen ist und mit viel Schmutz und eventuell Krankheitserregern behaftet ist, solltest du besser bei jedem Konsum ein neues und sauberes Stück Papier verwenden.
Stecke das Röhrchen hoch in die Nase hinauf und vermeide dabei möglichst, die Nasenschleimhäute zu verletzen.
Teile das Röhrchen nie mit anderen, da sich auch auf diesem Weg ein Infektionsrisiko für HIV und Hepatitis besteht.

Bei Notfällen: Giftnotruf: 0361 730 730 oder Notruf 112.


BtMG
Speed unterliegt dem BtMG, d.h. Erwerb, Handel und Herstellung sind in Deutschland verboten.

Schwangerschaft
Durch den Konsum von Speed und anderen Amphetaminen in der Schwangerschaft erhöht sich das Risiko von Fehlbildungen beim Neugeborenen, wie z.B. Defekte des Zentralnervensystems, Herzfehler wie Herzrhythmusstörungen, Gefäßverengungen und Fehlbildungen im Bereich des Urogenitaltrakts (Nieren, Harnableitungen, Geschlechtsorgane). Die Reduzierung des Blutflusses im Mutterkuchen führt zu Entwicklungs- und Wachstumsstörungen des Föten, da eine Verminderung des Nähr- und Sauerstoffangebots vorliegt. Weiterhin besteht die Gefahr einer akuten und chronischen Leistungsschwäche der Plazenta. Allgemein stellt die Verminderung des uteroplazentaren Blutflusses und die Verengung der Blutgefäße durch Konsum von Speed während der Schwangerschaft, ein erhöhtes Risiko für Mutter und Kind dar. Auftretender akuter Bluthochdruck bei der Schwangeren kann zu einer vorzeitigen Plazentalösung führen. Ebenso kann sich der Konsum während der Schwangerschaft in einem verhältnismäßig kleinem Kopfumfang des Kindes ausdrücken und sich im späteren Verlauf in einer Verhaltensstörung manifestieren. Ebenfalls gefährlich sind Fehlbildungen durch Gefäßverengungen, welche zu Hirnzysten und Hirnblutungen nach der Geburt führen können. In den ersten Entwicklungsetappen weisen die Neugeborenen eine ausgeprägte Zittrigkeit sowie verminderten Appetit auf. Sie reagieren auf Umgebungsreize sehr schreckhaft und ihre Feinmotorik sowie der Tag-Nacht-Rhythmus sind gestört. Zu den weiteren Folgen zählen Hyperaktivität und eingeschränkte psychosoziale Wahrnehmung in den ersten drei Jahren. Auf Grund dieser sehr wahrscheinlichen, schwerwiegenden Entwicklungsschäden und den Risiken für Mutter und Kind, welche lebensbedrohlich sind und zum Verlust des Kindes führen können, empfehlen wir den Konsum in der Schwangerschaft und während der Stillzeit unbedingt zu unterlassen.

Laut § 29 ff Betäubungsmittelgesetz werden für Herstellung/ Anbau, Handel, Einfuhr/ Ausfuhr, Abgabe, Besitz u.ä. von Betäubungsmitteln Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren oder Geldstrafen verhängt.
Deshalb möchten wir, das Drogerie-Team, hiermit ausdrücklich darauf hinweisen, dass die hier aufgeführten Darstellungen rein informativen Charakter besitzen.
Sie stellen keine Anleitung bzw. Aufforderung zum Konsum illegaler sowie legaler Drogen dar.

 
 
 
Präventionszentrum Erfurt
 
 
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