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Substanz
Heroin, dessen chemische Bezeichnung Diacetylmorphin ist, zählt zur Klasse der Opiate. Die Grundsubstanz zur Herstellung ist Rohopium, der Saft der Schlafmohnkapsel. Heroin wird durch das Umsetzen von Morphin mit Essigsäure hergestellt und als weißes, cremefarbenes, graues oder bräunliches Pulver, als Tablette oder als brauner Teer verkauft. Die braune Farbe ist Folge der ungenügenden Reinigung des Morphins.
Diacetylmorphin wurde erstmals 1874 hergestellt. 1898 wurde es (von der Firma Bayer) als Husten- und Schmerzmittel in den Handel gebracht. In den 20-er Jahren wurde es wieder vom Markt genommen. Es enthält meist Verschnittstoffe, Streckmittel bzw. Verunreinigungen aus der Herstellung. Üblicherweise wird es mit Substanzen wie Glukose, Kalk, Puderzucker, Koffein, Milchzucker, Mannit, Paracetamol, aber auch gelegentlich mit Giftstoffen wie Chinin oder Strychnin gestreckt und weist daher einen relativ geringen Reinheitsgehalt zwischen 3-15% auf. In der Szene wird Heroin auch "H"(engl.), "Braunes", "Schore", "Stoff" genannt.


Konsumform
Heroin wird geraucht, gesnieft, gedrückt oder geschluckt.


Wirkung
Nach einer intravenösen Injektion von Heroin tritt der erwünschte euphorisierende Effekt (Rush) bei manchen Konsumenten bereits während der Injektion ein. Nach einer subkutanen (unter die Haut) Injektion von Heroin kommt es zu einem verzögerten Auftreten des Rushs von geringerer Intensität. Ein langsamerer Eintritt der Wirkung wird auch beobachtet, wenn die Substanz durch Rauchen oder Sniefen eingenommen wurde (Wirkungseintritt nach 5-10 min.). Wenn man es oral zu sich genommen hat, dauert der  Wirkungseintritt etwa 30-45 Minuten.

Heroin wirkt je nach Dosis mehr oder weniger stark schmerzlindernd, euphorisierend, stimmungsaufhellend und angstlösend. Die Wirkungsdauer ist von der Qualität des Stoffes abhängig und schwankt zwischen 1 - 5 Stunden. Das Rush-Gefühl geht einher mit einem Wärmegefühl in der Haut, Mundtrockenheit und einem Schweregefühl in den Gliedern.
Die entspannenden und euphorisierenden Zustände werden von einer Reihe negativer Erscheinungen begleitet: geistige Beeinträchtigungen wie Verwirrung, Desorientierung, Erinnerungslücken, eine undeutliche und verwaschene Sprache sowie Koordinationsstörungen, extreme Verstopfung, Übelkeit, Erbrechen, Juckreiz, Blutdruckabfall, Pulsverlangsamung und Pupillenverengung ("Stecknadel"). Eine Verringerung der sexuellen Lust und, durch die Dämpfung des Husten- und Atemzentrums, eine mitunter starke und lebensbedrohliche Reduktion der Atemfrequenz auf 2 - 4 Atemzüge pro Minute, können die Folge sein. Bei einer Überdosierung kommt es zur Atemlähmung, die zum Tod führen kann!
Bei regelmäßigem Gebrauch kann es, je nach Konsumform, zu unterschiedlichen körperlichen Schädigungen kommen. Betroffen sind hiervon bspw. die Schleimhäute, Nasenscheidewand, Bronchien, Lunge, Leber, Nieren, Herz, Venen, Magen-Darmtrakt, Gehirn usw..
Wiederholter Konsum von Heroin kann zur Ausbildung von Toleranz (Erhöhung der Dosis, um gleiche Wirkung zu erreichen) führen. Außerdem besteht das Risiko einer sich schnell entwickelnden starken physischen und psychischen Abhängigkeit. Dann reagiert der Körper mit Entzugserscheinungen, wie Naselaufen, Augentränen, innere Unruhe, Schüttelfrost, Durchfall, Erbrechen, Schlafstörungen, Krämpfe, Muskel- und Knochenschmerzen usw..

Safer Use
Um das Risiko des Heroin- Konsums zu reduzieren, solltest du unbedingt einiges beachten:

Konsumiere möglichst in einer Umgebung, die dir ein angenehmes, positives Gefühl vermittelt (Setting) und immer mit einer vertrauten Person an deiner Seite, damit Hilfe in deiner Nähe ist, wenn es zu einem Notfall kommt.
Die Wirkung der Droge wird außerdem durch dein momentanes Befinden (Set) bestimmt, wer "schlecht drauf" ist, sollte grundsätzlich keine Drogen konsumieren.
Vermeide den Mischkonsum mit anderen Substanzen, da die Wirkung sonst für dich unkalkulierbar wird. Lebensgefährliche Situationen können insbesondere durch den gleichzeitigen Konsum von Heroin und Alkohol, Heroin und Kokain, Heroin und Benzodiazepinen entstehen.
Ist dir die Qualität des Heroins nicht bekannt, solltest du erst eine geringe Dosis einnehmen. Insbesondere nach einer Entgiftung kann es leicht zu Überdosierungen kommen, da die "gewohnte" Menge nicht mehr vom Körper vertragen wird.
Um das Erkrankungs- (Infektionskrankheiten, Thrombose) und Überdosierungsrisiko zu reduzieren, ist es besser, Heroin zu rauchen oder zu sniefen.

Beim Sniefen solltest du außerdem folgendes beachten:
Säubere nach dem Konsum stets die Nasenlöcher, am besten ist eine Spülung mit einer milden Kochsalzlösung. Der Gebrauch von Nasensprays sollte möglichst vermieden werden, da die Schleimhäute dadurch zusätzlich ausgetrocknet werden.

Zerkleinere die Droge zu einem möglichst feinen Pulver und das, auf einer trockenen, glatten Oberfläche. Je feiner die Droge ist, umso geringer ist das Risiko die Nasenschleimhäute zu schädigen.
Statt Geldscheinen o.ä., was durch viele Hände gegangen ist und mit viel Schmutz und eventuell Krankheitserregern behaftet ist, solltest du besser bei jedem Konsum ein neues und sauberes Stück Papier verwenden.
Stecke das Röhrchen hoch in die Nase hinauf und vermeide dabei möglichst, die Nasenschleimhäute zu verletzen.
Teile das Röhrchen nie mit anderen, da sich auch auf diesem Weg ein Infektionsrisiko für HIV und Hepatitis besteht.

Die hauptsächlichen Gefahren beim Gebrauch von Heroin entstehen durch den intravenösen Konsum.

Vor dem Drücken solltest du die Einstichstelle mit medizinischem Alkohol desinfizieren.
Benutze immer eigenes, neues und sauberes Spritzbesteck.
Teile niemals Nadeln und Pumpen mit anderen Konsumenten. Vermeide es ebenfalls, den Stoff gemeinsam aufzuziehen und zu teilen, aufgrund der Infektionsgefahr mit HIV, Hepatitis, Bakterien und Pilzen.
Benutze Ascorbinsäure und verzichte wegen des Fruchtfleisches auf Zitronensaft.
Nimm immer einen neuen Filter und am besten NaCl-Lösung anstelle von Wasser. Solltest du nur Wasser zur Verfügung haben, achte darauf dass es sauber ist!
Große Nadeln (16er, 18er) sind besser als kleine, da diese die Venen stark vernarben lassen.
Der Einstich ist in Herzrichtung und nur in Venen (dunkles Blut) zu setzen, nie in eine Arterie (helles, schaumiges Blut).

Bei Notfällen: Giftnotruf : 0361 730730 oder Notruf 112.


BtMG
Erwerb, Handel und Herstellung von Heroin ist laut BtMG verboten.


Schwangerschaft
Im Gegensatz zu
Alkohol, Kokain und Amphetaminen haben Heroin und andere Opiate offenbar ein geringeres Fehlbildungspotential. Jedoch verdoppelt sich vergleichsweise die Rate der Früh- und Mangelgeburten durch den reduzierten Blutfluss in der Plazenta und deren vorzeitige Lösung. In der Spätschwangerschaft kann ein abrupter Entzug der Mutter ein Entzugssyndrom beim Ungeborenen auslösen. Dieses äußert sich in starken Kindsbewegungen und unzureichender Sauerstoffversorgung, welche im schlimmsten Fall zum Tod des Föten führen kann. Häufige Entzugsperioden gehen mit einem hohen Risiko von Pulsschwäche und/ oder Atemdepression einher. Wegen der Risiken beim raschen Absetzen sollte dies nur von erfahrenen Betreuern, am besten unter stationären Bedingungen, durchgeführt werden. Die Folgen des Beikonsums während der Schwangerschaft für das Neugeborene, lassen sich mit Entzugssyndromen sowie cerebralen (im Gehirn) Krampfanfällen umschreiben. Weitere Beobachtungen der Neugeborenen von opiatabhängigen Müttern sind Hyperaktivität, häufig auftretende impulsive Reaktionen, Entwicklungsverzögerungen und mangelnde soziale Anpassungsfähigkeit. Nicht eindeutig auf den Opiatkonsum sind Störung der frühkindlichen Sprachentwicklung und Defizite in der optischen, akustischen und taktilen Wahrnehmung zurückzuführen.
Wir empfehlen den Konsum von Drogen während der Schwangerschaft und Stillzeit unbedingt zu unterlassen.

Laut § 29 ff Betäubungsmittelgesetz werden für Herstellung/ Anbau, Handel, Einfuhr/ Ausfuhr, Abgabe, Besitz u.ä. von Betäubungsmitteln Freiheitsstrafen von bis zu 5 Jahren oder Geldstrafen verhängt.
Deshalb möchten wir, das Drogerie-Team, hiermit ausdrücklich darauf hinweisen, dass die hier aufgeführten Darstellungen rein informativen Charakter besitzen.
Sie stellen keine Anleitung bzw. Aufforderung zum Konsum illegaler sowie legaler Drogen dar.

 
 
 
Präventionszentrum Erfurt
 
 
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