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Substanz
Die Bezeichnung Codein kommt vom griechischen „Kodeia“, was Mohnkapsel bedeutet. Codein oder auch Methylmorphin/Methylmorphinether ist eine im Opiumsaft natürlich vorkommende chemische Verbindung aus den Gruppen der Alkaloide und Opiate. Robiquet entdeckte die Substanz 1833.In der Medizin wird es selten zur Behandlung von Durchfall, in Kombination mit Paracetamol als Schmerzmittel, häufiger als Antitussivum (hustenstillendes Mittel) verwendet. Bis 1999 wurde Codein als Substitutionsmittel  bei Heroinabhängigen eingesetzt.

Konsumform
Codein wird alleine oder in Verbindung mit anderen Wirkstoffen in Form von Tabletten, Kapseln, Sirupen, Brausetabletten,  Dragées, Bronchialpastillen und Zäpfchen konsumiert. Es entfaltet seine Wirkung  erst in der Leber, in der 10% der eingenommenen Menge zu Morphin umgewandelt wird. 
Eine intravenöse oder nasale Aufnahme macht daher keinen Sinn und führt zu starken Nebenwirkungen. Circa 10% der Bevölkerung weißer Hautfarbe sind zu dieser metabolischen Umwandlung zu Morphin nicht fähig.

Wirkung
Codein ist leicht schmerzlindernd, hustenreizstillend, beruhigend, euphorisierend, aphrodisierend und stopfend. In hohen Dosen wirkt es schlaffördernd und betäubend. Durch die teilweise Umwandlung in Morphin wirkt Codein ähnlich, aber weniger intensiv. Kurzfristig können Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Bewusstseinsstörungen, Sehstörungen, Blutdruckabfall, Atemdepression, Pupillenverengung, Juckreiz und Benommenheit auftreten. Langfristig kann es bei Männern zu einer verminderten Libido, Unfruchtbarkeit und bei Frauen zu unregelmäßiger bzw. ausbleibender Menstruation kommen. Außerdem kann der Endorphin-Haushalt gestört werden. Bei Absetzen von Codein kommt es dann zu einer Endorphin-Unterversorgung mit Symptomen wie Krämpfen, Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Ruhelosigkeit, Zittern und Schwitzen.

Safer Use
Zentral dämpfende Arzneimittel wie Alkohol, Schlafmittel, Antidepressiva, Beruhigungsmittel und Neuroleptika verstärken unter Umständen unerwünschte Wirkungen. Insbesondere in der Verbindung mit Alkohol besteht die Gefahr von Überdosierungen und die atemdepressive Wirkung des Alkohols wird noch verstärkt.  Codein darf nicht konsumiert werden, wenn eine Ateminsuffizienz oder ein akuter Asthmaanfall vorliegt. Mit besonderer Vorsicht darf es bei einer Abhängigkeit von Opioiden, Bewusstseinsstörungen, Störungen des Atemzentrums und der Atemfunktion sowie bei einem erhöhten Hirndruck verwendet werden.
Eine intravenöse oder nasale Aufnahme führt zu starken Nebenwirkungen.
Bei Einnahme von mehr als 400mg Codein kommt die Umwandlung zu Morphin zum Stillstand und keine Wirkungssteigerung mehr möglich.

Rechtslage
Codein ist nach der Anlage 3 BtMG als verkehrsfähiges und verschreibungspflichtiges Betäubungsmittel einzustufen. Besitz und Konsum ohne Verschreibung ist strafbar. 

Schwangerschaft
Während der Schwangerschaft, insbesondere in den ersten drei Monaten darf Codein nur auf ausdrückliche Verordnung eingenommen werden, da ein Zusammenhang von Codein-Konsum und Auftreten von Missbildungen festgestellt wurde. Kurz vor der Geburt oder bei drohender Frühgeburt darf Codein auf keinen Fall eingenommen werden, da es die Plazentaschranke passiert und bei dem Neugeborenen zu Atemstörungen führen kann.
Auch in der Stillzeit darf Codein nur im Notfall eingenommen werden, da die Substanz in die Muttermilch übergeht. In diesem Fall sollte der Säugling in Bezug auf Zeichen einer Codein-Wirkung beobachtet werden.


 
 
 
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