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Cannabis

Substanz

Der Hauptwirkstoff von Cannabis ist THC (Delta-9-Tetrahydrocannabinol), das aus der Cannabis-Pflanze gewonnen wird. THC ist nur einer von über 60 Wirkstoffen, die zur Stoffgruppe der Cannabinoide zählen. Je nach Wirkstoffgehalt und Zusammensetzung der Cannabinoide unterscheiden sich die Cannabis-Sorten in ihrer Wirkung: manche wirken beruhigend oder anregend, andere wiederum leicht halluzinogen.

Es gibt verschiedene Produktformen von Cannabis:

Marihuana (Gras): klein geschnittene Pflanzenteile der weiblichen Hanfpflanze; THC-Gehalt ist etwas geringer als bei Haschisch, jedoch werden Pflanzen bereits gentechnisch manipuliert, sodass THC-Gehalt stark erhöht sein kann

Haschisch (Shit, Dope): gepresstes Harz in Verbindung mit Pflanzenteilen der Hanfpflanze; oft mit verschiedenen Stoffen wie Sand, Henna usw. gestreckt

Haschischöl (Haschöl, THC-Öl): sehr hoher THC-Gehalt, allerdings weniger verbreitet, da die Herstellung und damit das Produkt sehr teuer sind

Cannabisprodukte können pur oder mit Tabak in Joints (selbst gedrehten Zigaretten), Pfeifen oder Bongs (Wasserpfeifen) geraucht werden. Durch die hohe Fettlöslichkeit kann v.a. Haschisch auch in Essen (Kuchen, Kekse) oder Getränken (Tee) gemischt werden.

 

Wirkung

Wirkungseintritt nach etwa 5 Minuten (Rauchen) oder nach 0,5 – 2 Stunden (oral eingenommen). Dauer: je nach Dosis und Konsumart, 2 – 4 Stunden

  • beruhigend
  • entspannend
  • stimmungsaufhellend
  • Gefühle von Heiterkeit mit gesteigerter Kontaktfreudigkeit
  • Wahrnehmungsakzentuierungen im Zeitempfinden (Minuten werden wie Stunden erlebt)
  • Wahrnehmungsakzentuierungen im optischen und akustischen Bereich
  • subjektiv phantasievolleres Denken
  • gesteigerter Appetit (Fressflash)

 

Nebenwirkungen

  • verstärktes Hunger- und Durstgefühl
  • Mundtrockenheit
  • rote Augen
  • Steigerung der Herz- bzw. Pulsfrequenz ohne Blutdrucksteigerung
  • leicht herabgesetzte Körpertemperatur
  • Verminderung der Reaktionsfähigkeit
  • stark verminderter Antrieb (Mattheit bis Teilnahmslosigkeit)
  • Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses, der Konzentration und der kognitiven Leistung

Bei sehr hohen Dosierungen können außerdem Übelkeit, Erbrechen, alptraumartige und leicht halluzinogene Erlebnisse und Angstzustände auftreten.

 

 

Langzeitfolgen

  • Atemwegserkrankungen, wie Asthma und Bronchitis
  • erhöhtes Lungenkrebsrisiko (durch Kombination mit Nikotin)
  • Beeinträchtigung der Gedächtnisleistung
  • verborgene (latente) Psychosen können, schon bei einmaligem Konsum, ausgelöst werden
  • Gefahr einer psychischen Abhängigkeit

Bei Männern:

  • Absinken des Testosteronspiegels
  • Hemmung der Spermienproduktion

Bei Frauen:

  • Störungen des Menstruationszykluses


Safer Use

Um das entstehende Risiko durch den Konsum von Cannabis zu reduzieren, solltest du unbedingt einige Hinweise beachten:

Achte auf dein Set (innere Einstellung) und Setting (Umgebung)! Cannabis verstärkt deine jeweilige Stimmung und wirkt nicht als Stimmungsaufheller. Konsumiere in einer dir angenehmen Umgebung mit Freunden oder nahestehenden Personen.

Achte auf regelmäßige Konsumpausen, da der häufige und exzessive Gebrauch die Gefahr einer psychischen Abhängigkeit birgt.

Nimm nach Konsum nicht aktiv am Straßenverkehr teil, da deine Fahrtauglichkeit stark eingeschränkt ist.

Wenn du Cannabis rauchst, dann rauche es möglichst pur, das vermindert das Risiko einer Atemwegs- und Lungenkrebserkrankung. Das Lungenkrebsrisiko kann des Weiteren reduziert werden, indem du Vaporizer, Wasserpfeifen bzw. Joints mit speziellen Kohleaktiv-filtern benutzt.

Wer Cannabis in Getränken oder im Essen einnimmt, sollte vorsichtig mit der Dosierung sein. Der Wirkungseintritt kann stark variieren und muss nicht zwangsläufig nach etwa einer halben Stunde eingetreten sein. In diesem Fall sollte die Dosis nicht erhöht werden, da sich die volle Wirkung noch entfaltet und das Risiko einer Überdosierung vergrößert wird.

Vermeide den Mischkonsum mit anderen legalen und illegalen Substanzen! Um unerwünschte Nebenwirkungen zu vermeiden, solltest du keinen Alkohol oder auch andere Drogen in Verbindung mit Cannabisprodukten einnehmen.

Sollte es Dir nach dem Konsum von Cannabisprodukten schlecht gehen, suche dir eine ruhige Umgebung, rede mit Freunden und versuche dich auf schöne Dinge einzulassen.

Personen mit Herz-Kreislauf-Problemen sollten auf den Konsum verzichten, da Cannabisprodukte gefäßerweiternde Wirkungen haben.

 

Rechtslage

Erwerb, Handel und Herstellung von Cannabis ist laut BtMG in Deutschland verboten. Im §31a des geänderten BtMG von 1992 ist festgelegt, dass beim Besitz von Rauschmitteln in „geringen Mengen“, für den Eigengebrauch, die Staatsanwaltschaft das Verfahren einstellen kann. Der Begriff der „geringen Menge“ ist bundesweit nicht einheitlich definiert. In Thüringen liegen keine Richtlinien vor, was gleichsam bedeutet, dass der Besitz strafrechtlich verfolgt wird. Die vorliegenden Strafmaße hierfür reichen von Geldstrafen bis hin zu Freiheitsstrafen bis zu fünf Jahren.

 

Nachweisbarkeit

Im Gegensatz zu fast allen anderen illegalen Drogen ist THC fettlöslich und setzt sich beim Abbau im Fettgewebe des Körpers ab. Je nach Häufigkeit und Intensität des Cannabiskonsums kann die Substanz bis zu drei Wochen im Blut und zwischen einem und drei Monaten im Urin nachgewiesen werden. In einigen uns bekannten Fällen war der Nachweis im Urin bis zu sechs Monaten möglich. In den Haaren ist Cannabis theoretisch unbegrenzt nachweisbar.

 

 

Schwangerschaft

THC kann aufgrund der Fettlöslichkeit die Plazenta passieren und sich an Cannabinoid-Rezeptoren im Gehirn des sich entwickelnden Neugeborenen binden. Dadurch kann die Entwicklung verschiedener Systeme von Neurotransmittern nachhaltig beeinflusst werden. Dies zeigt sich jedoch erst Jahre später in dadurch beeinflussten Verhaltensmustern.

Einige Studien berichten über eine leichte Verkürzung der Schwangerschaft, ein vermindertes Geburtsgewicht sowie eine eingeschränkte Wehentätigkeit.

Bedenklich ist der Cannabiskonsum auch während der Stillzeit, da eine hohe Anreicherung an Cannabinoiden in der Muttermilch nachgewiesen ist.

Die Einnahme von Drogen während Schwangerschaft und Stillzeit sollte unbedingt unterlassen werden. Bei Unsicherheiten ob die Substanz einfach so abgesetzt werden kann, ist es ratsam den Arzt oder eine Suchtberatungsstelle zu konsultieren.